BStK Online Ahd. und as. Glossen­handschriften­datenbank

BStK.-Nr. 14

Bibliothek Augsburg, Archiv des Bistums Augsburg
Signatur

Hs 6

Beschreibungsgrundlage

Autopsie

Identifizierung als Glossenhandschrift

StSG. 685

Beschreibung

Codex aus 2 Teilen; Teil 1: f. 1-24; Teil 2: f. 26-205; Pergament; 206 Blätter; Blatt 206 dem Rückendeckel aufgeklebt; 24,3 x 18,3 cm; Zählung von 1 bis 206 von jüngerer Hand jeweils in der rechten oberen Ecke der Rectoseite; mit hellem Leder überzogene Holzdeckel; 4 Buckeln auf dem vorderen, 5 auf dem hinteren Deckel; ehemals eine Schließe. - Einrichtung: Schriftspiegel 16,5 x 9,8 cm; einspaltig; 26 Zeilen; Überschriften in Majuskeln in roter Farbe; f. 18r-24v Canones-Tafeln: je 4 Säulen unter einem mit biblischen Motiven ausgefüllten Rundbogen; zahlreiche einfache Initialen, zum Teil in roter Farbe. - Schrift: karolingische Minuskel, f. 1r-24v von mehreren Händen aus der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts, f. 26-205 von mehreren Händen aus der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts; ab f. 30r reiche marginale und interlineare Glossierung sowie marginale Kommentierung.

Geschichte

Einzelne Teile des Codex der Schrift nach in verschiedenen Jahrhunderten entstanden, f. 1-24 in der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts in der Benediktinerabtei St. Mang in Füssen, f. 26-205 in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts im südlichen Deutschland, vielleicht in Würzburg; nach H. Hoffmann erfolgte die Eintragung der Glossen auf f. 30v-205r in Fulda; auf St. Mang weisen radierte oder durchgestrichene Besitzvermerke des 15. Jahrhunderts auf dem vorderen Spiegel und auf f. 1r sowie die Urkundenabschriften des 12. Jahrhunderts auf f. 25r-v und das Schatzverzeichnis aus dem Ende des 11. Jahrhunderts auf f. 205v-206r; im Zuge der Säkularisation brachte Abt Ä. Hafner die Handschrift 1803 in seinen Heimatort Reutte in Tirol; später überließ er sie der Augsburger Ordinariatsbibliothek; heute wird der Codex als Teil des Archivs des Bistums Augsburg gelistet und im Augsburger Diözesanmuseum aufbewahrt.

Inhalte
Links
Abbildungen

Abbildungen von f. 41r, f. 42r in BStK., Bd. VI, 2005, S. 2421, 2423

Abbildung von f. 42r bei R. Bergmann, Kommentierte Klassikereditionen, 2009, S. 320, 322

Abbildung des Neumenalphabets und von f. 168r bei M. Schiegg, Frühmittelalterliche Glossen, 2015, S. 217, 268

Literatur zur Handschrift: Stand des Katalogs 2005
  • B. Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts, I, S. 32, Nr. 122
  • B. Bischoff, Mittelalterliche Studien, III, S. 136
  • B. Bischoff, Die südostdeutschen Schreibschulen und Bibliotheken in der Karolingerzeit, I, S. 49f.
  • A. Boeckler, Der Codex Wittekindeus, S. 17, 24
  • Buchmalerei, in: Suevia Sacra, S. 172, Nr. 162
  • I. Frank, Aus Glossenhandschriften des 8. bis 14. Jahrhunderts, S. 139f.
  • H. Hoffmann, Buchkunst und Königtum, Textband, S. 138
  • B. Kraft, Die Handschriften der Bischöfl. Ordinariatsbibliothek in Augsburg, S. 13-18
  • Karl der Große. Werk und Wirkung, S. 294f., Nr. 476
  • B. Kraft, SchMu. 1/2 (1929), S. 126-132
  • MBK., Ergänzungsband I, 3, S. 6
  • Mittelalterliche Schatzverzeichnisse, I, S. 34, Nr. 25
  • F. Mütherich, in: Karl der Große, III, S. 41
  • B. Munk Olsen, L'étude des auteurs classiques latins, III, 1, S. 115
  • B. Munk Olsen, L'étude des auteurs classiques latins, III, 2, S. 168
  • I. Rosengren, Sprache und Verwandtschaft einiger althochdeutschen und altsächsischen Evangelienglossen, S. 4 und passim
  • StSG. V, S. 50f., Nr. 685.
Literatur zur Handschrift: Ergänzungen seit 2005
Zitierempfehlung

Bei der Übernahme von Informationen zur vorliegenden Handschrift aus der Datenbank empfehlen wir folgende Zitation: BStK Online: https://glossen.germ-ling.uni-bamberg.de/bstk/14 [Stand 25.09.2017].

Letzte Änderung: Christina Beer, 20.03.2017