BStK Online

Datenbank der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften

BStK.-Nr. 710aj

Bibliothek München, Bayerische Staatsbibliothek
Signatur

Clm 18168

Identifizierung als Glossenhandschrift

Nachtrag zum Katalog: Neufund von A. Nievergelt (2011).

Beschreibung

Codex; Pergament; 200 Blätter; f. 1-6, 31-37 mit Textverlust; aus dem Codex herausgelöste Spiegelblätter gehören zu dem Fragment München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 29240(1 (früher Clm 29028; näheres sieh Ch. Eder, Die Schule, 1972, S. 91, 131); f. 195, 196 (Papierblätter; hinzugefügt von Ambrosius Schwerzenpeck) sowie f. 200 im 15. Jahrhundert hinzugefügt; 30,0-30,8 x 20,0-21,0 cm; moderner heller Ledereinband mit Spuren des alten Einbands. – Einrichtung: Schriftspiegel ca. 22,5-23,0 x 14,0-15,0 cm; zweispaltig; 22 Zeilen; Initialen mit abwechslungsreichen Verzierungen in roter, grüner und gelber Tinte (v.a. Vogel- und Tiermotive und Blattformen); Titel in roter und Incipits in schwarzer Tinte; rote und braune Zierunziale (ausführliche Beschreibung des Buchschmucks bei K. Bierbrauer, Die vorkarolingischen und karolingischen Handschriften, 1990, S. 47f. und Die Ornamentik. 1979, S. 47-49). – Schrift: frühkarolingische Minuskel von einer Hand mit langobardischem Einfluss und Verwandtschaftsbeziehungen zu München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 18092 [BStK.-Nr. 635] (vgl. Ch. Eder, Die Schule des Klosters Tegernsee, 1972, S. 17); nach K. Bierbrauer (Die vorkarolingischen und karolingischen Handschriften, 1990, S. 48) bestehen im Buchschmuck weitere Beziehungen zu München, Bayerische Staatsbibliothek Clm 4547 [BStK.-Nr. 710bl]; nach B. Bischoff (Schreibschulen I, 1974, S. 158) bestehen Ähnlichkeiten zur Hand des Tegernseer Kalligraphen Dominicus.

Geschichte

Codex der Schrift nachEnde des 8. Jahrhunderts in Südbayern (vgl. K. Bierbrauer, Die vorkarolingischen und karolingischen Handschriften, 1990, S. 47f.), vermutlich in der Benediktinerabtei Tegernsee entstanden; abweichende Datierungen bei K. Bierbrauer (Die Ornamentik. 1979, S. 47), dort wird die Handschrift in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts datiert, in Codices Latini Antiquiores (1968, p. 24) und bei B. Bischoff (Katalog, 2004, S. 268) in das 8./9. Jahrhundert und bei K. Halm in das 9. Jahrhundert (Catalogus, 1878, p. 138); die Ornamentik weist oberitalienische Einflüsse auf; Vermerk in den Bibliothekskatalogen von Schwerzenpeck (1483, unter b 19) und von Sartori (1500-1504, unter b 6°); im Zuge der Säkularisation gelangte die Handschrift 1803 in die heutige Bayerische Staatsbibliothek in München.

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Abbildungen

Abbildung von f. 147v in B. Bischoff, Kalligraphie in Bayern, 1981, S. 63

Teilabbildungen von f. 35v, 86v, 94v, 162r bei K. Holter, Der Buchschmuck, 1996, S. 129, Abb. 87-90

Teilabbildungen v. f. 3v, 8v, 17v, 24r, 27v, 35r, 39r, 42r, 46r, 62r, 69r, 75r, 78r, 82r, 86v, 94r, 109v, 113v, 117v, 128r, 134v, 141r, 162r, 167r, 179v, 181r, 186r bei K. Bierbrauer, Die Ornamentik, 1979, Tafel 35-37; 38, 1-2

Teilabbildung von f. 62 in Codices Latini Antiquiores, 1959, p. 25‘

Teilabbildungen von f. 75r, 86v in Illuminierte Handschriften der Agilolfinger- und frühen Karolingerzeit, 1989, S. 27

Teilabbildungen von f. 17v, 35r, 37r, 69r, 78r, 86v, 94r, 109v, 113v, 134v bei K. Bierbrauer, Die vorkarolingischen und karolingischen Handschriften, Tafelband, 1990, S. 44f., Abb. 150-159

Teilabbildung f. 46r bei B. Bischoff, Die südostdeutschen Schreibschulen, 1974, Tafel Va

Literatur zur Handschrift
Zitierempfehlung (HTML/XML)

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Letzte Änderung: Christina Beer, 08.01.2019