BStK Online

Datenbank der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften

BStK.-Nr. 654

Glossierte Inhalte
  • 654, zweites Vorsatzblatt vorne: lateinisch-deutsche Glossen zu Priscian, Institutio de arte grammatica
  • 654, f. 1r-11r: metrische Passion der heiligen Petrus und Paulus (mit einer Widmung an Papst Leo IX.)
  • 654, f. 16r-70v: Sedulius, Opus paschale
  • 654, f. 71r-92r: Walahfrid Strabo, Visio Wettini
  • 654, f. 105r: Windbezeichnungen (lateinisch und deutsch) in einer Windtafel
  • 654, f. 110v: lateinische Vokabeln, fortgeführt durch lateinisch-deutsche Glossen zu Priscian, Institutio de arte grammatica
  • Zahl und Art der Glossen

    Insgesamt über 70 Glossen:
    - Textglossierung: 1 Marginalglosse (f. 8r) zu der Passion der Heiligen Petrus und Paulus; 49 Glossen (f. 20v-54v) zu Sedulius, Opus paschale; 42 Glossen interlinear und 7 Glossen marginal stehend; wahrscheinlich stammen die Glossen von der Texthand, sicher jedoch von der Hand, die auch die zahlreichen lateinischen Glossen schrieb; 1 Interlinearglosse (f. 80v) zu Walahfrid Strabo, Visio Wettini; Glosse von der Texthand, die auch lateinische Glossen ergänzte.
    - Sachglossar: 12 Windbezeichnungen (f. 105r) in einer Tafel.
    - Textglossar: 6 Kontextglossen (f. 110v) in den Glossen zu Priscian, Institutio de arte grammatica; 5 dieser Priscianglossen auch auf der Rectoseite des zweiten Vorsatzblattes von älterer Hand eingetragen, so dass die Glossen zweimal in der Handschrift stehen; Glossen auf dem Vorsatzblatt ebenfalls im Kontext stehend; vor den Glossen auf f. 110v von anderer Hand Eintrag mit 2 Interlinearglossen; auf der Rectoseite des zweiten Vorsatzblattes weiter unten noch weitere Glossen, von denen aber nur eine lesbar ist.

    Zeit

    2. Viertel oder Mitte des 11. Jahrhunderts; Priscianglossen des Vorsatzblattes aus älterer Zeit.

    Ort

    Südwestdeutsches Skriptorium.

    Sprachgeographische Einordnung

    Bair. (nach G. Müller - Th. Frings, S. 89; H. Reutercrona, S. 28; F. Simmler, S. 29).

    Edition

    StSG. II, S. 359 (Nr. DCCXLV: Passion der Heiligen Petrus und Paulus), S. 379 (Nr. DCCLXXI: Priscian, Institutio de arte grammatica), S. 617f. (Nr. DCCCXL: Sedulius, Opus paschale), S. 769 (Nr. DCCCCXXX: Walahfrid Strabo, Visio Wettini); III, S. 608 (Nr. MLXVII: Windbezeichnungen).

    Literatur zu den Glossen: Stand des Katalogs 2005
    • StSG. IV, S. 566, Nr. 439
    • G. Baur, Der Wortschatz der Landwirtschaft im Bereich der ahd. Glossen, S. 304
    • H. Butzmann, PBB. 86 (Halle 1964), S. 389, 392f., 397
    • N. Daniel, Handschriften des zehnten Jahrhunderts aus der Freisinger Dombibliothek, S. 157
    • I. Köppe, in: Chronologische, areale und situative Varietäten des Deutschen, S. 80
    • A. Lötscher, Semantische Strukturen im Bereich der althochdeutschen und mittelhochdeutschen Schallwörter, S. 47
    • G. Müller - Th. Frings, Germania Romana, II, S. 89
    • H. Palander, Die althochdeutschen Tiernamen, I, S. 168
    • I. Reiffenstein, in: Grammatica ianua artium, S. 74
    • W. Relleke, Ein Instrument spielen, S. 44
    • H. Reutercrona, Svarabhakti und Erleichterungsvokal, S. 28
    • J. Riecke, Die Frühgeschichte der mittelalterlichen medizinischen Fachsprache im Deutschen, II, S. 644
    • F.X. Scheuerer, Zum philologischen Werk J.A. Schmellers, S. 167
    • P. Sievers, Die Accente in althochdeutschen und altsächsischen Handschriften, S. 50
    • K. Siewert, Glossenfunde, S. 58
    • F. Simmler, Die westgermanische Konsonantengemination, S. 29
    • C.P.E. Springer, The Manuscripts of Sedulius, S. 71f.
    • St. Stricker, in: Entstehung des Deutschen, S. 473, 476
    • L. Voetz, Komposita auf -man, S. 55
    • C. Wich-Reif, Studien zur Textglossarüberlieferung, S. 269, 330.
    • Hans-Erich Teitge, Froumund von Tegernsee und die ahd. Priscianglossen, Dissertation, Halle (Saale) 1949 [wiederabgedruckt in: H.-E. Teitge, Berliner Manuskripte und Viadrina-Drucke. Kleine Schriften, 2004, S. 13-87]
    Literatur zu den Glossen: Ergänzungen seit 2005
    Zitierempfehlung (HTML/XML)

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    Letzte Änderung: Michaela Pölzl, 21.03.2017