BStK Online

Datenbank der althochdeutschen und altsächsischen Glossenhandschriften

BStK.-Nr. 657

Glossierte Inhalte
  • 657, f. 15r-74v: Boethius, De consolatione Philosophiae
  • 657, Rückendeckel: Federproben
  • Zahl und Art der Glossen

    Insgesamt 202 Glossen:
    - Textglossierung: 77 altbairische Federglossen (f. 15r-72r) zu Boethius, De consolatione Philosophiae; davon 58 Glossen interlinear und 19 marginal stehend; die beiden ersten Wörter (f. 15r) zum Teil in bfk-Geheimschrift; einige der Glossen liegen in Kürzung vor; abgesehen von 8 Wörtern alle Glossen von einer Hand, die auch die zahlreichen lateinischen Glossen schrieb.
    - Glosse als Federprobe: auf dem früher dem Rückendeckel aufgeklebten Blatt unter mehreren Federproben ein lateinisches Lemma, das althochdeutsch glossiert ist; ein Bezug zum Text der Handschrift ist nicht erkennbar.

    Neufunde: Der Codex enthält nach A. Nievergelt zudem 116 altbairische Griffelglossen und 8 weitere Federglossen (eine Meldung der Federglossen erfolgte auch in SchG.); etwa 40% der Griffelglossen liegen in Kürzung vor; außerdem etwa 100 nicht identifizierte Griffeleinträge; neben den zahlreichen lateinischen Federglossen auch 50 lateinische Griffelglossen.

    Zeit

    9. und spätes 10. Jahrhundert, Griffelglossen: spätes 9. - Mitte 10. Jahrhundert; das Einzelwort in der in Tegernsee ergänzten Lage (auf f. 34v) 3. Viertel des 11. Jahrhunderts.
    Sowohl in den Feder- als auch in den Griffelglossen deuten sich zwei Zeiträume der Eintragung an.

    Ort

    Glosse in der ergänzten Lage (auf f. 34v): Benediktinerabtei Tegernsee; die restlichen Federglossen wahrscheinlich ebenfalls in Tegernsee eingetragen; ebenso vermutlich die Griffelglossen; darauf deuten 2 bislang einmalig und aus Tegernsee überlieferte Wörter, die nun zum zweiten Mal (Dis legomena) in den Griffelglossen auftreten (nach A. Nievergelt).

    Sprachgeographische Einordnung

    Bair. (nach Th. Frings - G. Müller, S. 111; G. Müller, S. 310; F. Simmler, S. 29; A. Nievergelt); obd. (nach H. Reutercrona, S. 108).

    Edition

    StSG. II, S. 72f. (Nr. DLXXIV: Boethius, De consolatione Philosophiae); IV, S. 249 (Nr. MCCXLIX: Einzelwort: auf dem früher dem Rückendeckel aufgeklebten Blatt unter mehreren Federproben ein lateinisches Lemma, das althochdeutsch glossiert ist); Edition der neu gefundenen Federglossen bei Andreas Nievergelt, Die Glossierung der Handschrift Clm 18547b. Ein Beitrag zur Funktionalität der mittelalterlichen Griffelglossierung, Germanistische Bibliothek 28, Heidelberg 2007, S. 790; Kurzedition einiger Einzelbelege bei Andreas Nievergelt – Elvira Glaser, 2016, S. 326f.; Edition der Griffelglossen bei Andreas Nievergelt, Die Griffelglossen in der Handschrift München, BSB Clm 18765, in: Boethius in Early Medieval Europe. Commentary on The Consolation of Philosophy from the 9th to the 11th centuries, edited by Malcolm Godden [u. a.] [im Druck]; Kurzedition der Federprobe bei Andreas Nievergelt, 2020, S. 143.

    Literatur zu den Glossen: Stand des Katalogs 2005
    Literatur zu den Glossen: Ergänzungen seit 2005
    Zitierempfehlung (HTML/XML)

    Bei der Übernahme von Informationen zur vorliegenden Handschrift aus der Datenbank empfehlen wir folgende Zitation: BStK Online: https://glossen.germ-ling.uni-bamberg.de/bstk/657 [Stand 01.12.2020].

    Für den Verweis auf das entsprechende XML-Dokument zitieren Sie: BStK Online: https://glossen.germ-ling.uni-bamberg.de/bstk/657.xml [Stand 01.12.2020].

    Letzte Änderung: Michaela Pölzl, 06.11.2020