BStK Online Ahd. und as. Glossen­handschriften­datenbank

BStK.-Nr. 256w

Bibliothek St. Gallen, Stiftsbibliothek
Signatur

227

Identifizierung als Glossenhandschrift

Nachtrag zum Katalog: Neufund von A. Nievergelt (2007).

Digitalisat
  • 256w St. Gallen, Stiftsbibliothek 227 (→ Codex)
Beschreibung

Codex; Pergament; 138 Blätter; 24,0 x 14,0/14,5 cm; Zählung von 1-275 am oberen Seitenrand; Zählung von p. 237 doppelt; dunkelbrauner Ledereinband. - Einrichtung: Schriftspiegel: 20,0 x 11,2 cm; 24 Zeilen; Zahlen in roter Farbe im Register von p. 3-8; große Initiale auf p. 3 in gelb, braun und rot; am Beginn neuer Abschnitte einfache Initialen; Überschriften in schwarzen Majuskeln oder in roter oder schwarzer Unziale; Kolophone in schwarzer Unziale. - Schrift: von mehreren Händen; vorkarolingische (W.M. Lowe, CLA VII, 1956, S. 27, Nr. 930), (chur-)rätische Minuskel (K. Löffler, Die St. Galler Schreibschule, 1929, S. 45f.; A. Bruckner, Schreibschulen der Diözses Chur, 1935, S. 89); die Schrift ist vergleichbar mit St. Gallen, Stiftsbibliothek 108.

Geschichte

Codex der Schrift nach im 8. Jahrhundert (vgl. H. Brauer, Die Bücherei von St. Gallen, 1926, S. 29f., 34; A. Bruckner, Schreibschulen der Diözese Chur, 1935, S. 89), im 8.-9. Jahrhundert (vgl. E. A. Lowe, CLA. VII, S. 27, Nr. 930; C. Lawson, CCSL, CXIII, S. 140*; Scherrer, Verzeichnis der Handschriften der Stiftsbibliothek von St. Gallen 1875, S. 82) bzw. im letzten Viertel des 9. Jahrhunderts (vgl. A. von Euw, Die St. Galler Buchkunst, Bd. 1, 2008, S. 175) entstanden; aufgrund der ähnlichen Textanlage wie bei dem Codex Rom (Vatikanstadt), Biblioteca Apostolica Vaticana Vat. lat. 5764 aus der Veroneser Domschreibschule sowie der Nennung des Veroneser Bischofs Egino (796-799) als Auftraggeber stammt die Handschrift vielleicht aus Verona/Oberitalien (vgl. W.M. Lindsay, Notae latinae, 1915, S. 484); vielleicht handelt es sich aber auch um eine Abschrift einer Veroneser Handschrift mit einem Entstehungsort nördlich der Alpen; die Deutung der Namen Wolfram und Abo auf p. 2 als Schreibersubskription (vgl. H. Hattemer, Denkmahle des Mittalters, Bd. 1, 1844, S. 416; G. Scherrer, Verzeichnis der Handschriften der Stiftsbibliothek von St. Gallen, 1875, S. 82) wird mehrheitlich abgelehnt (vgl. K. Löffler, Die Sankt Galler Schreibschule, 1929, S. 46f.; A. Bruckner, Schreibschulen der Diözese Chur, 1935, S. 89; Katalog der datierten Handschriften in der Schweiz, 1991, S. 261, Nr. 842); die Handschrift ist im Bücherverzeichnis der St. Galler Klosterbibliothek aus dem Jahr 1461 eingetragen; möglicherweise befindet sich die Handschrift schon seit dem 9. Jahrhundert in St. Gallen, worauf das Vorkommen von althochdeutschen Namen und Wörtern auf p. 1f. sowie die volkssprachige Griffelglosse hindeuten.

Inhalte
Links
Abbildungen

Abbildung von p. 3 und p. 48 bei A. Bruckner, Schreibschulen der Diözese Chur, 1935, Tafel I, II

Abbildung von p. 3 bei A. von Euw, Liber Viventium Fabariensis, 1989, S. 75, Abb. 7

Abbildung von p. 3 bei K. Holter, Der Buchschmuck in Süddeutschland und Oberitalien, 1965, S. 82, Abb. 17

Abbildung von p. 161 bei K. Löffler, Die Sankt Galler Schreibschule, 1929, Plate VII

Literatur zur Handschrift
Zitierempfehlung

Bei der Übernahme von Informationen zur vorliegenden Handschrift aus der Datenbank empfehlen wir folgende Zitation: BStK Online: https://glossen.germ-ling.uni-bamberg.de/bstk/256w [Stand 24.09.2017].

Letzte Änderung: Michaela Pölzl, 26.07.2016