BStK Online Ahd. und as. Glossen­handschriften­datenbank

BStK.-Nr. 866

Bibliothek Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek
Signatur

HB II 54 (früher Bibl. 54)

Beschreibungsgrundlage

Autopsie

Identifizierung als Glossenhandschrift

StSG. 737

Beschreibung

Codex aus 2 Teilen; Teil 1: f. 1r-162v; Teil 2: f. 163r-259v; Pergament; 259 Blätter; das f. 70 folgende Blatt ist ausgeschnitten; nach f. 226 ist ein Blatt verloren; aus f. 252 ist ein Stück in der Form eines Vogels ausgeschnitten; 30,5 x 21,0 cm; Zählung von 1 bis 259 von moderner Hand jeweils in der rechten oberen Ecke der Rectoseite; mit hellem Schweinsleder überzogene dicke Holzdeckel; ehemals 2 Schließen; 1 Kette; aus den Spiegeln gelöste unziale Prophetenfragmente; in den Deckeln noch Leimabdrücke der Schrift sichtbar; auf einem Papierschild auf dem Einbanddeckel vorgängige Signatur Bibl. 54. - Einrichtung: Schriftspiegel 21,5-22,0 x 13,5-15,0 cm; einspaltig; Teil 1: 22-24 Zeilen; Teil 2: 23-26 Zeilen; Überschriften in Capitalis rustica oder Unziale in roter Farbe; Initialen rot, schwarz, schwarz mit rot oder rot mit gelb; hervorgehobene Incipit- und Explicit-Zeilen; zum Teil reich verzierte und farbig ausgemalte Initialen, mit Blattwerk, gelegentlich auch mit Fischen (f. 2r, 26r, 125v) oder mit Tierköpfen (f. 129r, 140r, 166v); f. 1v Initium-Zierseite: 11 Zeilen in farbiger Hohlcapitalis, unten ein verziertes Kreuz; f. 25v Federzeichnung des Hl. Paulus beim Schreiben. - Schrift: karolingische Minuskel von mehreren Händen aus dem 2. Viertel des 9. Jahrhunderts.

Geschichte

Codex der Schrift nach im 2. Viertel des 9. Jahrhunderts im Bodenseegebiet, vermutlich unter Abtbischof Wolfleoz in der Benediktinerabtei St. Gallen für die Konstanzer Dombibliothek entstanden; ein Besitzvermerk auf f. 1r von 1630 weist auf die Benediktinerabtei Weingarten; von dort gelangte sie dann im Zuge der Säkularisation 1803 nach Stuttgart.

Inhalte
Links
Literatur zur Handschrift: Stand des Katalogs 2005
  • J. Autenrieth, Die Domschule von Konstanz zur Zeit des Investiturstreits, S. 144f.
  • W. Berschin, Eremus und Insula, S. 57
  • B. Bischoff, Mittelalterliche Studien, I, S. 83
  • B. Bischoff, Mittelalterliche Studien, II, S. 290
  • H. Boese, Die Handschriften der ehemaligen königlichen Hofbibliothek Stuttgart, II, 1, S. 56f
  • Buchmalerei, in: Suevia Sacra, S. 166f., Nr. 150
  • A. Dold, Konstanzer altlateinische Propheten- und Evangelienbruchstücke mit Glossen, S. 2 und passim
  • L. Eleen, The Illustration of the Pauline Epistles, S. 54, 73
  • B. Fischer, in: Karl der Große, II, S. 205
  • B. Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter, S. 25
  • B. Fischer, Lateinische Bibelhandschriften im frühen Mittelalter, S. 49, 96
  • E. Glaser, Frühe Griffelglossierung aus Freising, S. 61
  • A. Goldschmidt, Die deutsche Buchmalerei, I, S. 61
  • Handschriftenarchiv Bernhard Bischoff, S. 77
  • K. Holter, in: Karl der Große, III, S. 99f.
  • Ch. Jakobi-Mirwald, Die illuminierten Handschriften der Hessischen Landesbibliothek Fulda, I, Textband, S. 29
  • H. Maurer, in: Florilegium Sangallense, S. 209
  • MBK., Ergänzungsband I, 3, S. 494
  • A. Merton, Die Buchmalerei in St. Gallen, S. 18f. und passim
  • E. Munding, Das Verzeichnis der St. Galler Heiligenleben, S. 92
  • K. Preisendanz, Die Reichenauer Handschriften, III, 2, S. 286
  • R. Schaab, Das Kloster St. Gallen im Mittelalter, S. 249
  • F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, IV, ; VII, S. 489, Nr. 7008; S. 81, Nr. 10400
  • G. Swarzenski, RK. 26 (1903), S. 480
  • StSG. V, S. 78f., Nr. 737.
Literatur zur Handschrift: Ergänzungen seit 2005
Zitierempfehlung

Bei der Übernahme von Informationen zur vorliegenden Handschrift aus der Datenbank empfehlen wir folgende Zitation: BStK Online: https://glossen.germ-ling.uni-bamberg.de/bstk/866 [Stand 20.09.2017].

Letzte Änderung: Laura Potratzki, 13.06.2017