BStK Online Ahd. und as. Glossen­handschriften­datenbank

BStK.-Nr. 56

Bibliothek Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz
Signatur

Ms. theol. lat. 2° 480

Beschreibungsgrundlage

Autopsie

Identifizierung als Glossenhandschrift

nicht bei StSG. - BV. (1973)

Beschreibung

Codex; Pergament; 123 Blätter sowie 1 zusätzliches ungezähltes Blatt vorne; hinten ist nach f. 135 ein Papierblatt eingebunden, dann folgt f. 137 (Pergament), das früher wohl auch ungezählt war; ungezähltes Blatt vorne sowie f. 137 auf Papier aufgeklebt; 31,0 x 19,5 cm; mittelalterliche Zählung von 1 bis 134 jeweils in der rechten oberen Ecke der Rectoseite, durch neuere Zählung korrigiert, die mit 58 einsetzt (alt 47*); Blätter 112, 113, 122-127 fehlen; die Blätter 7, 8, 92, 93, 136 durch moderne Pergamentblätter ersetzt; Einband des 15./16. Jahrhunderts aus Amorbach; mit hellem, blindgepreßtem Leder überzogene Holzdeckel; je 5 Buckeln auf den Deckeln; 2 Schließen; eine Kette; Schnitt mit Blüten bemalt; vorgängige Signatur C 109 auf dem Buchrücken. - Einrichtung: Schriftspiegel 24,0 x 14,0/15,0 cm; einspaltig; 26 Zeilen; Überschriften in Unziale in roter Farbe; f. 1r Überschrift in Capitalis rustica, mit grüner und gelber Farbe gefüllt und rot umpunktet; f. 1r, 60v, 75r reich verzierte, mehrfarbige Initialen; ansonsten leicht verzierte Initialen, zum Teil rot und gelb gefüllt, zum Teil rot umpunktet. - Schrift: deutsch-angelsächsische Minuskel von mehreren Händen aus dem 1. Viertel des 9. Jahrhunderts.

Geschichte

Codex im 1. Viertel des 9. Jahrhunderts im deutsch-angelsächsischen Gebiet entstanden; der Einband des 15./16. Jahrhunderts, der Besitzvermerk des 17./18. Jahrhunderts auf f. 1r sowie die etwa gleichzeitige Signatur und der Titelzettel weisen auf Amorbach; im Zuge der Säkularisation gelangte die Handschrift in den Besitz des Fürsten von Leiningen; 1851 wurde sie versteigert und kam nach einem Eintrag auf dem Vorderdeckel vermutlich über den Buchhändler Beck in Nördlingen in den Besitz des Geh. Justizrates Barnheim; 1873 wurde sie von der Königlichen Bibliothek Berlin erworben.

Inhalte
Links
Literatur zur Handschrift
  • B. Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts, I, S. 99, Nr. 466
  • B. Bischoff, Mittelalterliche Studien, III, S. 28
  • A. Fingernagel, Die illuminierten lateinischen Handschriften deutscher Provenienz der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, I, S. 1f.
  • P. Gehring - W. Gebhardt, Scriptorium 13 (1959), S. 127
  • Glanz alter Buchkunst, S. 22
  • E. Glaser, Frühe Griffelglossierung aus Freising, S. 55
  • Handschriftenarchiv Bernhard Bischoff, S. 33
  • P. Lehmann, Erforschung des Mittelalters, III, S. 94
  • E.A. Lowe, English Uncial, S. 25
  • Schrifttafeln zur Erlernung der lateinischen Palaeographie, II, S. 28
  • A. Weiner, Die Initialornamentik der deutsch-insularen Schulen, S. 73f. und passim.
Zitierempfehlung

Bei der Übernahme von Informationen zur vorliegenden Handschrift aus der Datenbank empfehlen wir folgende Zitation: BStK Online: https://glossen.germ-ling.uni-bamberg.de/bstk/56 [Stand 21.09.2017].

Letzte Änderung: Christina Beer, 20.03.2017